03.12.2013

Sturm des Lebens

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Wohl jeder kennt die stürmischen Zeiten des Lebens, die Zeiten, in denen plötzlich der Halt fehlt, die Zeiten, in denen man jegliche Orientierung verliert, die Zeiten, die uns auf den Boden zwingen. Wohin laufen, wo Schutz suchen, wie nur diese Zeiten überstehen? Und Jesus, wo ist Jesus?

Ganz ähnlich ging es den Jüngern, als sie mit dem schlafenden Jesus über den See schippernd in einen heftigen Sturm gerieten (siehe Matthäus 8, 18-27). Die Wellen tobten, der Wind peitschte und das Boot der Jünger drohte zu kentern. Voller Panik, voller Angst schauten die Jünger auf Jesus - doch der: schläft, seelenruhig. Den Fokus voll und ganz auf den Sturm gerichtet wecken die Jünger Jesus: »Rette uns, Herr, wir gehen unter!«

Wenn es gefährlich wird, wissen wir oft erstmal nicht weiter. Tiere reagieren instinktiv: Füchse verstecken sich in ihrem dafür eingerichteten Bau, Hasen laufen so schnell sie können davon, andere Tiere stellen sich tot um nicht erkannt zu werden und zittern innerlich bis die Gefahr vorüber ist. Taktiken, die uns nicht unbekannt sind: Einbuddeln, Fluchtwege auskundschafen, Sicherheiten schaffen, Finanzpolster anlegen, Versicherungen abschließen, immer einen Plan B haben und schlussendlich auch an Gott glauben.

An Gott glauben? Wenn wir ehrlich sind, ist das nicht auch ein Punkt, um uns abzusichern? Mit Gott an meiner Seite kann mir nichts passieren, mit Jesus in meinem Boot kann ich allen Stürmen trotzen. Die Antwort ist wohl ja und nein. Ja, Gott möchte, dass es uns gut geht, Gott möchte uns Sicherheit geben, doch dies auf eine ganz andere Weise, als wir uns das vorstellen.

Jesus sagt »Die Füchse haben ihren Bau und die Vögel ihr Nest; aber der Menschensohn hat keinen Platz, wo er sich hinlegen und ausruhen kann.« (Matthäus 8, 26 GNB) und fordert im Anschluss zur Nachfolge auf.
Nichts mit großen Sicherheiten, wie wir sie gerne hätten, ganz im Gegenteil - weder für Jesus, noch für die, die ihm folgen.

Jesus ist als Mensch auf diese Welt gekommen, um uns auf Augenhöhe zu begegnen mit allen menschlichen Bedürfnissen und Emotionen, mit Angst und mit dem Drang nach Sicherheit. Wie kann Jesus in diesem Boot, das doch droht auseinander zu fallen, in dieser lebensbedrohlichen Lage ruhig bleiben?
Es ist Jesus Vertrauen auf Gott: Jesus weiß, dass die Jünger und er in den Armen des Vaters sicher sind.

Nachdem Jesus von den Jünger geweckt wurde bleibt er weiter ganz ruhig und spricht noch bevor er den Sturm stillt zu den Jüngern: »Warum habt ihr solche Angst? Ihr habt zu wenig Vertrauen!« (Matthäus 8, 26a GNB)

Stürme werden kommen, davor bewahrt uns der Glaube nicht, Situation in den wir weder ein noch aus wissen, Zeiten in den wir keine Ruhe finden, in unseren Gedanken und in unseren Herzen ein unkontrollierbares Unwetter tobt. Im Kleinen und im Großen. Und dies bleibt auch, wenn wir Jesus nachfolgen. Doch kommt Gott nicht erst, wenn wir nach Hilfe schreien und rettet uns in letzter Sekunde aus unserem Boot. Nein, Jesus ist derjenige, der zu erst ins Boot einsteigt (siehe Matthäus 8, 23), der die ganze Zeit dabei ist. Wir folgen.
Und im Vertrauen darauf, dass Gott uns in seinen Händen hält können wir Sicherheit finden.

»Warum habt ihr solche Angst? Ihr habt zu wenig Vertrauen!«
Dann stand er auf und sprach ein Machtwort zu dem Wind und den Wellen.
Da wurde es ganz still.

Mit freundlicher Erlaubnis zur Verwendung:Gute Nachricht Bibel, revidierte Fassung, durchgesehene Ausgabe, (c) 2000 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
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