Psalm 34,2: »Ich will den HERRN loben allezeit; sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein.« (Luther 2017)
Gott loben allezeit und immerdar – heißt das, Gott die ganze Zeit und ohne Pause zu loben? Das klingt nicht nur sehr anstrengend, sondern vielleicht auch unpassend oder sogar unmöglich. Denn es gibt Zeiten, in denen einem nicht nach Lob zumute ist. Zeiten, in denen eher Klage, Bitte oder Schweigen im Mund liegen.
Darum lohnt sich ein genauerer Blick: Der Psalmbeter gibt hier keinen Befehl an andere weiter. Er spricht einen Vorsatz für sein eigenes Leben aus. In jedem Moment seines Lebens soll sein Mund offen bleiben für das Lob Gottes.
Was wäre das für ein Leben? Es wäre ein Leben, das tief durchzogen und überaus reich an Erfahrungen von Gottes Handeln wäre. Denn das Lob Gottes ist Antwort. Es antwortet auf die Erfahrung, dass Gott trägt, bewahrt, aufrichtet und vergibt. Dabei müsste es Klage und Bitte nicht verdrängen, aber es könnte sie begleiten und tragen. Es wäre ein Leben, in dem das Lob Gottes nicht von vornherein ausgeschlossen ist, weil Gottes Handeln auch an unerwarteter Stelle entdeckt werden kann. Es wäre ein Leben, das vom Lob Gottes durchzogen ist wie von einem Grundton.
Ich wünsche mir ein solches Leben. Und ich will heute versuchen, etwas davon zu erfahren: Was ändert sich an meinem Tag, wenn in Situationen, in denen mir das Lob Gottes fernliegt und gar nicht in den Sinn kommt, plötzlich doch ein Lob Gottes aufscheint?
Heutiges Gebetsanliegen:
Willst du es mit mir versuchen? Vielleicht findest du heute einige Momente – vielleicht sogar besonders stressige, nervige oder belanglose – in denen du doch einen Grund zum Lob Gottes entdeckst, weil du seine Gegenwart erlebst. Vielleicht gelingt das, indem du in solchen Momenten ein Gebet mit dem heutigen Psalmwort beginnst, laut oder leise: »Ich will den HERRN loben allezeit; sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein.«
Heute
Donnerstag, 11.06., 19.30–21.30 Uhr: Grow-Kleingruppenleiter-Auswertungstreffen, Gemeindehaus
Lucas Haug

